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Kurzfassung der Geschichte Neukirchens

500 v. Chr.    Verschiedene Fundorte von Hügelgräbern in der näheren Umgebung von Neukirchen beweisen eine Besiedlung um die Latenezeit. Die Ringwallanlage auf dem Hartenfels bei Neukirchen stammt vermutlich aus dieser Zeit.
900 - 1100    Die Ortsnamentypen mit "...kirchen" fallen in die ersten Rodungszeit von Ende des 8. Jahrhundert bis Anfang des 11. Jahrhunderts. Damals wurden die Hochflächen unseres Landstriches besiedelt. Wahrscheinlich fällt auch die Gründung des Dorfes Neukirchen in diese Zeit.
1100 - 1200    Neukirchen befand sich im 12. Jahrhundert vermutlich im Einzugsbereich des Klosters Kastl (gegr. 1102). Zu dieser Zeit aber muß Neukirchen bereits mit einer Kapelle, vielleicht auch einer Kirche, ausgestattet gewesen sein.
1222    In einer Urkunde von 1222 in Eichstätt wird als Zeuge ein Kanoniker "Heinricus de Nova Ecclesia" genannt.
1260    Nach "Thetingerus minor: Monumenta relicta germanorum" ist der Taufstein in der evangelischen Kirche das Werk des Bildhauers Ribold unter Abt Berengar III. in Kastl. Gehauen aus einem Freya-Altar (heidnischer Altar) um 1260.
1268    1268, Febr. 21.: "Der Reichsministeriale Ritter Rupert genannt von Hertenstein schenkt das Patronatsrecht der Pfarrkirche in Eschenbach dem Kloster Engeltal zum ewigen Gedächtnis ... ihre dort ruhenden Brüder Rupert von Nidstein und Heinrich von Hertenvels"
1280    Im Urbar Ludwigs des Strengen (1280) wird bei der Beschreibung des Amtes Amberg ein "Ulricus de Niwenkirchen" aufgeführt. Es handelt sich um Ulrich den letzten Rupprechtsteiner, der 1287 das letzte Mal erwähnt wird. Es kann um diese Zeit in Neukirchen eine königliche Eigenkirche angenommen werden, deren Rechte Anfang des 13. Jahrhunderts durch Belehnung an die Reichsministerialen des Hartenfels übergingen. Nach Aussterben der Hartenfelser um die Mitte des 13. Jahrhunderts fiel den Rupprechtsteinern das Lehen zu.
1343    Spätestens 1343 war die Burg Rupprechtstein und damit auch Neukirchen im Besitz eines "Ulrich von Freudenberg".
1450    Am 15. Juni 1450 ging die alte Kirche durch ein Brandunglück zugrunde, zwei Jahre danach wurde mit dem Bau der jetzigen Kirche begonnen. 1480 wird erstmals ein Pfarrer in Neukirchen genannt.
1633    1633 wird Neukirchen von den Schweden geplündert. 8 Jahre später zogen bayerische Soldaten durch das Gebiet und plünderten das Pfarrhaus in Neukirchen.
1651    Am 15.02.1651 kam die Burg Rupprechtstein an Zacharias von Quetz. Die Collatur Neukirchen blieb jedoch bei den Freudenbergern. Von Quetz scheint ein streitsüchtiger Herr gewesen zu sein; auch mit der "Gmein Neukirchen" führte er Auseinandersetzungen. Er warf den Neukirchnern Respektlosigkeit vor ihrem Herrn vor und beschuldigte sie als Aufwiegler.
1715    1715 und 1729 wird die Kirche umgebaut (Barockisierung).
1790    1790 wird der Innenraum erneuert.

 

Kühbrunnen bei Röckenricht

Waren sie in früheren Zeiten schon eher selten anzutreffen, so sind sie heute nahezu gänzlich aus der Frankennalb verschwunden: die meist mit Natursteinen gefassten Brunnen in freier Natur. Ein sehr gut erhaltenes Beispiel eines solchen „Wasserspenders" in der Westoberpfälzer Karstlandschaft stellt der „Kühbrunnen" nördlich von Röckenricht, unmittelbar an der Staatsstraße nach Holnstein/Königstein, dar. Vor Jahren wurde die stollenartig in den Hang führende Anlage nach mutwilliger Zerstörung von der Gemeinde Neukirchen wieder hergestellt. Sie präsentiert sich heute als kleines Natur- und Kulturdenkmal einer überkommenen Weidetradition der früher ausschließlich landwirtschaftlich orientierten Landbevölkerung.

Der Kühbrunnen, seit Jahrhunderten als Viehtränke genutzt, befand sich ehedem inmitten der von den Landwirten als Weideflächen verwendeten Wiesen auf der Anhöhe nördlich von Röckenricht, dem Hauptort der früher gleichnamigen Gemeinde. Mit „Allmende" umschreibt man die seit dem Mittelalter in den bäuerlich geprägten Dörfern vorherrschende gemeinsame Nutzung von Teilen der Gemeindeflur. In die Allmende waren meist Wald, Gewässer oder Weidewiesen einbezogen. Und so konnten – unter Aufsicht eines Hirten – die Röckenrichter Bauern ihre Nutztiere auf dem Kühanger oberhalb des Ortes weiden lassen. Übrigens logierte noch bis ins 20. Jahrhundert der Dorfhirte im Hüthäusl, das auf dem Gelände des alten Feuerwehrhauses stand. Leider gehörte der Röckenrichter Hirte mit zu den ersten Opfern des zweiten Weltkrieges.

Spätestens nach diesem Krieg kam mit der Intensivierung und dem Strukturwandel in der Landwirtschaft das endgültige Aus für diese jahrhundertealte kollektive Bewirtschaftungsform innerhalb der Dörfer. Das Gemeingut „Allmende" wurde aufgelöst, die Weide- und Holzrechte an die Gemeindemitglieder veräußert. Eine Besonderheit der Allmende ist die Tatsache, dass die Nutzungsrechte nicht an natürliche Personen, sondern an die Gemeinde oder die jeweiligen Höfe gebunden waren.

In der wasserarmen Karstlandschaft der Frankenalb und des Veldensteiner Forstes wurden die spärlich vorhandenen Brunnen und Quellen von unseren Vorfahren zum Nutzen von Tier und Mensch liebevoll gepflegt und gewartet. Bei diesen Wasserstellen in freier Flur handelt es sich geologisch meist um so genannte Albüberdeckungsquellen, d.h. um lokale Schichtquellen, die an der Grenze durchlässiger gegenüber weniger wasserdurchlässiger Schichten auftreten. Sie sind zwar für den Wasserhaushalt der Landschaft insgesamt ohne große Bedeutung, nicht jedoch für das Vieh, das früher ja regelmäßig auf Weiden und in die Wälder getrieben wurde. Auch unweit von Gaisheim existierte eine mit Natursteinen gefasste Albüberdeckungsquelle und Viehtränke, der „Gaisheimer Brunnen".

Der kellerartige Zugang zum Röckenrichter Kühbrunnen. Das Wasser wurde mittels eines Rohrs aus ca. zwei Meter Tiefe in einem kleinen Teich vor der urigen Brunnenanlage aufgefangen. Dort konnte sich das Vieh am lebensnotwendigen Nass aus dem Wasserstollen laben. Foto: Schraml


 



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